»Lachen ist eine körperliche Übung
mit großem Wert für die Gesundheit.«
Aristoteles (384–322 v. Chr.)
Liebe Sänger & Musikanten,
liebe Leserinnen & Leser!
Jetzt war ich doch glatt einen Moment versucht, mein Editorial in Gstanzl-Form zu verfassen. Gerade noch habe ich die Kurve gekriegt. Nein, das wäre jetzt irgendwie anmaßend gewesen, in so einem renommierten Musik-Magazin wie der »zwiefach« auf die Schnelle, eher ungeübt und ungelenk ein paar Reim-di-oder-i-friss-di-Verserl aufs Blatt zu bringen. Noch dazu, wo sich der Todestag vom Roider Jackl, dem Großmeister der spitzzüngigen und wohlformulierten Gstanzl, heuer zum 50. Mal jährt.
Wobei, eins muss ich zugeben: Spaß machen tut mir das schon, das Fabulieren und mit Worten spielen und innerhalb von zwei oder vier Zeilen einen Sachverhalt mit Augenzwinkern auf den Punkt zu bringen … und dann zu einer mehr oder weniger bekannten Melodie zum Besten zu geben. Schon bei mancher Hochzeit oder Geburtstagsfeier, Verabschiedung oder Einweihung konnte ich auf diesem Weg Einladende und deren Gäste überraschen und humorvoll auf den Arm nehmen. Vielfach blieb die Einlage der versammelten Gesellschaft lang in Erinnerung. Vermutlich, weil es ein sehr persönliches Geschenk war, von dem man sich durchaus vorstellen kann, dass es Zeit und Mühen bei der Erstellung erfordert. Da muss recherchiert, gedichtet, zurechtgebogen werden. Schon eine Herausforderung, aber auch sehr unterhaltsam, vor allem dann, wenn der Schaffensprozess in einer kleinen Gruppe abläuft. Gerne besteht dann sogar die Gefahr, dass die Schnaderhüpfl zu einer ellenlangen und abendfüllenden Reihe ausarten. Da muss man sich schon ein wenig im Zaum halten – wie so oft, liegt die Würze in der Kürze!
Gerne ermuntere ich aber Sie alle, bei solchen Gelegenheiten musikalisch kreativ zu werden. Einfach eine vertraute Melodie nehmen – quer durch alle Musikgenres lässt sich da was finden – und dann frisch, fromm, frei mit dem Reimen beginnen. Vielleicht nicht gleich die kompliziertesten Themen am Anfang probieren oder versuchen, zu viele Inhalte in einen Vers zu packen. Die Übung kommt relativ schnell. Und noch jedes Ergebnis hat Freude bereitet, einem selbst und dem Gegenüber sowieso.
Humor in der Musik hat viele Gesichter, von der Ironie und Parodie bis hin zur absurd-witzigen Kombination von Klängen und Rhythmen. Niedrigschwelliger kann eine enge Verbindung mit den Zuhörern kaum hergestellt werden. Jemanden zum Schmunzeln oder Lachen zu bringen ist trotzdem eine Kunst, die oft geringgeschätzt wird. Daher ziehe ich jetzt hier meinen Hut vor all jenen, die im Kleinen, wie im Großen das Leben zur Bühne machen und mit viel Kreativität und enormer Spontaneität, mit Hirnschmalz und Naturbegabung ihre Mitmenschen unterhalten, im Alltag, im Wirtshaus, auf der Kleinkunstbühne … Danke!
Ich wünsche ihnen einen humorvollen Spätsommer
Ihr Roland Pongratz
[Sie finden die Ausgabe #5-2025 der »zwiefach« hier im Archiv]
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