editorial

zwiefach #02-2026

27. Februar 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

»Ein Leben ohne Bass ist möglich, aber sinnlos.«

(Spruch auf dem T-Shirt eines coolen Bassisten)

Liebe Sänger & Musikanten,
liebe Leserinnen & Leser!

Kommt ein Vater mit seinem Sohn in die Musikschule und erklärt dem Leiter, dass der Filius jetzt ein Instrument lernen soll. Nur welches Instrument, sei man sich noch nicht so sicher. Der Musikschuldirektor schlägt erst einmal die Geige vor. Darauf fragt der Vater: »Wie lange dauert es denn, bis der Maxl das halbwegs kann?« »So vier bis fünf Jahre.«, meint der Herr Direktor. »Jessas, das ist ja viel zu lange!« Auf den Vorschlag Akkordeon hin, stellt der Vater die gleiche Frage. Auch ein bis zwei Jahre Lehrzeit sind ihm zu lang. Schon ein wenig verzweifelt, schlägt der Musikschulleiter dem Vater den Bass vor. »Und wie lange dauerts damit?«, fragt der Vater wieder. Darauf schaut der Musiklehrer kurz auf die Uhr und antwortet: »Haben Sie vielleicht in der Stadt noch was zu erledigen!?«

Auch wenn die Bassisten – egal ob am Kontrabass oder der Tuba – innerhalb eines Volksmusikstücks im Grunde nur wenige verschiedene Töne zu spielen haben, so bilden sie doch die Basis, das Fundament, auf dem alle anderen Instrumente aufbauen. Wackelt der Bass, wackelt die Musi – egal ob harmonisch oder rhythmisch. Der Bass sorgt für Antriebskraft in der Musik, er stabilisiert und schafft Struktur. Er gib der Musik den Puls, der die Zuhörer und Tänzer körperlich bewegt. Gute Bassisten glänzen mit Tiefe, Präsenz und Konstanz – und sie überraschen ausnahmsweise mit Virtuosität, um gleich wieder in den bescheidenen Hintergrund zu treten. Sie finden interessante Bassläufe, ohne andere damit zu ersticken. Sie sind als dienende Ministranten für die Würde des musikalischen Hochamtes verantwortlich. Das hat auch was mit Haltung und Selbstverständnis zu tun. Nicht jeder meisterhafte Solist hat das Zeug zur tragenden Säule für ein ganzes Ensemble.

»Ach so, Du spielst oder singst ›nur‹ Bass!« – Ja, von wegen! Eine wichtigere Aufgabe als den Bass – egal ob beim Singen oder Musizieren – kanns in der Musik kaum geben. Ohne ihn ist alles nichts. Kein tragfähiges Fundament, kein Groove, keine Wärme, keine emotionale Tiefe, keine physische Übertragung. Den Bass fühlt man schon, bevor man ihn hört. Mehr braucht man zu seiner essenziellen Bedeutung nicht mehr zu sagen.

Wenn mich wer fragt, was für ein Instrument er lernen soll, werde ich immer als erstes sagen: »Bass!« Gefühlt sucht jede zweite Formation nach einem gut ausgebildeten Bassisten, egal in welchem Musikgenre. Bzgl. Auftrittsmöglichkeiten besteht da sicher kein Mangel. Freilich, ganz so schnell im Handumdrehen, wie im obigen augenzwinkernden Witz geht’s mit dem Erlernen eines Bassinstrumentes nicht, aber die Mühen lohnen sich, für den Bassisten, die Mitmusiker und für die Zuhörer und Tänzer erst recht.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit der vorliegenden fundamentalen »zwiefach«!

[Sie finden die Ausgabe #2-2026 der »zwiefach« hier im Archiv]

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