Der Herbst ist nicht nur die Zeit der Ernte, sondern auch die Zeit des geselligen Zusammenseins – zum Beispiel beim Törggelen. Besonders gelebt wird dieser Brauch in Südtirol. Dort trifft man sich dafür mancherorts im Dorfgasthaus, auf Bauernhöfen oder auch im eigenen Zuhause. Die bayerischen Sänger und Musikanten haben schon zu Zeiten Wastl Fanderls Südtirol und damit auch das Törggelen für sich entdeckt. Und weil beim Törggelen meist nicht nur g’speist, sondern auch aufg’spielt und g’sungen wird, finden sowohl Musistückl und Lieder als auch Kochrezepte den Weg über die Alpen nach Bayern. Ich habe drei traditionelle Speisen zum Nachkochen, Hoangartn, Essen und geselligem Beisammensein herausgesucht. Passende Lieder dazu finden sich ergänzend im Notenteil dieser »zwiefach«. Ich wünsche jetzt schon viel Spaß an einem gemütlichen Abend!
Original Südtiroler Tirtlan mit Spinatfüllung
Tirtlan sind eine traditionelle, köstliche Spezialität aus Südtirol. Es handelt sich um gefüllte Teigtaschen, die in Schmalz gebacken werden. Hier ist ein einfaches Rezept, um Tirtlan zu Hause zuzubereiten:
Zutaten für den Teig:
250 g Weizenmehl | 250 g Roggenmehl | 150 ml lauwarmes Wasser | 50 g Butter | 50 ml Milch | 1 Prise Salz | 2 EL Olivenöl
Zutaten für die Füllung:
300 g Spinat (frisch oder tiefgekühlt) | 250 g Topfen | 1 kleine fein gehackte Zwiebel | 2 fein gehackte Knoblauchzehen | Salz und Pfeffer nach Geschmack | Muskatnuss, gerieben | 2 EL Butter
Zutaten zum Ausbacken: Schmalz oder Pflanzenöl
Zubereitung:
Teig: Mehl, Salz, Olivenöl, Milch, Butter und lauwarmes Wasser zu einem geschmeidigen Teig kneten. Abdecken und ca. 30 Minuten ruhen lassen.
Füllung vorbereiten: Den Spinat waschen, blanchieren, gut abtropfen lassen und fein hacken. Falls Sie tiefgekühlten Spinat verwenden, diesen zuerst auftauen und gut ausdrücken. In einer Pfanne die Butter erhitzen und die gehackte Zwiebel sowie den Knoblauch darin anschwitzen. Nun den Spinat hinzufügen und kurz mitdünsten. Als Nächstes den Spinat in eine Schüssel geben und abkühlen lassen. Jetzt den Topfen untermischen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Tirtlan formen: Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und Kreise mit etwa 10 cm Durchmesser ausstechen. In die Mitte jedes Teigkreises einen Löffel der Füllung geben. Die Ränder des Teigs befeuchten, zusammenklappen und gut andrücken, um die Tirtlan zu verschließen. Drücken Sie die Ränder der Tirtlan fest zusammen, um sicherzustellen, dass sie beim Backen nicht aufgehen. Sie können die Ränder auch leicht mit einer Gabel eindrücken, um ein dekoratives Muster zu erzeugen und einen besseren Verschluss zu erzeugen.
Backen: In einer tiefen Pfanne reichlich Schmalz oder Öl erhitzen. Die Tirtlan vorsichtig ins heiße Fett geben, von beiden Seiten goldbraun ausbacken und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Die Tirtlan können nun heiß mit einem grünen Salat serviert werden. Alternativ können Tirtlan auch mit anderen Füllungen wie Kartoffel, Sauerkraut oder sogar süßen Füllungen zubereitet werden.
Tiroler Knödel
Zutaten für ca. 12 Tiroler Knödel:
35 dag Knödelbrot (ca. 5 Semmeln) | 150 g Speck | 150 g geräucherte Wurst | 3 Eier | 1 Zwiebel | Petersilie | etwas Mineralwasser | Schnittlauch | Salz
Zubereitung:
Zuerst werden Speck, Wurst und Zwiebel klein geschnitten, in einer Pfanne angeröstet und unter das würfelig geschnittene Knödelbrot gemischt. Anschließend kommen noch Schnittlauch und Petersilie dazu. Über diese Zutaten dann die mit Salz verquirlten Eier darüber schütten. Achtung mit dem Salz – denn der geräucherte Speck ist eh schon sehr würzig. Eventuell noch ein wenig Mineralwasser dazu geben und das Ganze miteinander vermengen. Am besten geht das mit den Händen. Nun sollte die Masse mindestens eine halbe Stunde rasten.
In diesem Rezept für Tiroler Knödel gibt es kein Mehl. Das kann jedoch nur gemacht werden, da die Knödel nicht in der Suppe, sondern über Dampf in einem Einsatz gekocht werden. Dadurch wird der Knödel nicht so ausgelaugt und alle Aromen bleiben erhalten.
Wenn man die Tiroler Knödel im Wasser oder direkt in der Suppe kochen möchte, gibt man ca. 2 bis 3 Esslöffel Mehl dazu. Nachdem der Teig durchgezogen ist, werden mit nassen Händen Knödel geformt. Diese nun in den Topf mit dem Dampfeinsatz legen und für ca. 20 Minuten mit geschlossenem Deckel kochen. Die Knödel schmecken mit einer selbst gemachten Fleischsuppe vom Rind am besten. Aber auch mit einem Krautsalat oder auf Sauerkraut sind sie sehr lecker.
Zum Schluss Schnittlauch darüber streuen und einfach genießen. Mahlzeit!
Zwetschgenstrudel
Zutaten Teig (8 Portionen):
250 g glattes Mehl | etwas Salz | 1 EL Öl | 1 Eidotter | 125 ml lauwarmes Wasser | 50 g flüssige Butter zum Bestreichen
Zutaten Fülle:
30 g Butter | 50 g Brösel | 1000 g Zwetschgen | 100 g Zucker | Zimt
Zubereitung:
Dotter mit lauwarmem Wasser versprudeln. Alle Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten, in Frischhaltefolie geben und eine halbe Stunde rasten lassen.
Für die Fülle Brösel in Butter leicht braun werden lassen. Nun die Zwetschgen entkernen und in kleine Stücke schneiden. Als Nächstes mit einem Nudelholz den Teig leicht ausrollen und auf einem bemehlten Tuch papierdünn zu einem Rechteck ausziehen.
Anschließend drei Viertel des Teiges mit der Fülle belegen und das letzte Viertel mit flüssiger Butter beträufeln. Die Seitenteile einschlagen und mit flüssiger Butter beträufeln. Jetzt den Strudel einrollen. Mit Hilfe des Tuches den Strudel mit dem Rand nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Zum Schluss den Strudel mit flüssiger Butter bestreichen und bei 180 Grad Heißluft ca. 45 Minuten backen. Lasst ihn euch schmecken – gerne auch mit einer Vanillesauce.

Siehe auch: »vegan.auf.bayerisch«
Aufmacher:
Quellen für die Rezepte:
Tirtlan: www.genussregion.tirol
Tiroler Knödel: blog.osttirol.com
Zwetschgenstrudel: www.finis-feinstes.at







0 Kommentare