Der Ziachspieler Johannes Sift hat schon mehrere schöne CDs veröffentlicht, ob als Solist (knopfdruck) oder mit seiner Gruppe Quetschendatschi. Mit seiner neuesten Scheibe Wurzelwerk – der Name deutet es schon an – hat er sich auf die Suche nach seinen musikalischen Wurzeln gemacht. Ein Blick nicht in die Zukunft sondern in die entgegengesetzte Richtung ist diese CD, deren Anfänge in der Isolation der Corona-Jahre liegen und auf der sich Sift mit dem komplexen Geflecht aus verschiedene Traditionen, Stilrichtungen und Einflüssen auseinandersetzt, die ihn zu seiner ganz eigenen Art des Musizierens inspiriert haben.
Ob beim Sorbischen Dreher, dem Ländler aus Rechtis, dem Saudirndl Zwiefachen oder dem Abschiedsmarsch aus Siebenbürgen (um nur ein paar Beispiele zu nennen): Die unaufgeregt puristische Art, in der Sift alle Stücke dieser CD spielt, bietet nicht nur einen interessanten Einblick in die musikalische Innenwelt dieses Ausnahme-Ziacherers, sondern ist zugleich eine willkommene klangliche Erholung in unserer manchmal viel zu lauten und effekthascherischen Zeit.
Besonders hervorzuheben ist auch das liebevoll gestaltete Booklet, in dem Johannes Sift bei jedem Stück beschreibt, weshalb es in seinem musikalischen Werdegang für ihn wichtig war. Das kann der Fund in einer alten Notenhandschrift sein, die Umstände, unter denen er es zum ersten Mal gehört hat oder die Erinnerung an eines der vielen Erlebnisse, die Sift bei seinen unzähligen Auftritten, allein oder Musikantenfreunden, mit dem ein oder anderen Stück verbinden.
Wurzelwerk ist in seiner aufs Wesentliche reduzierten Schlichtheit ein Soloalbum im besten Sinn und gleichzeitig ein Studioalbum, denn Sift begleitet sich bei manchen Stücken selber auf Geige und Gitarre – auch das ein sehr hörenswertes Klangerlebnis.





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