Text und Foto: Gisela und Herbert Pöhnl
Wieder erleben wir einen Höhepunkt in Hinterkirchreuths Kultur. Diesmal ist es keine Rückschau, keine Nostalgie, nein, jetzt wird nach vorne geschaut, nach Europa, mit einem südländischen Abend mit Gästen aus Italien. Gegen Mittag treffen deren Busse mit den Offiziellen und den Musikern, den Journalisten, Vereinsvertretern und vielen Interessierten ein. Es gibt Handschläge, Begrüßungsschnapserl, Lewakas, Antipasti und bayerisches Bier. Dann folgt der kurze Rundgang durch Reuth, mit Erklärungen, zum Festzelt.
Die italienischen Musiker nehmen ihre Plätze ein und stimmen sich nochmal ab, das Publikum freut sich auf die Stückln von jenseits der Alpen, auf die südländische Leichtigkeit und Lebensfreude, die im Flyer angekündigt ist.
Der Dirigent klopft ein, die Instrumente sind angesetzt, das Publikum wird ruhig und konzentriert. Eine Gitarre kündigt das erste Musikstück an, weitere Instrumente begleiten, ein Sänger geht ans Mikrofon und stimmt das italienische Traditionslied Funiculi, Funicula an. Das zündet, Bravos und Bravi erfüllen das Festzelt, die Musik fängt nochmal an. Dann passiert Völkerverständigung! Aus dem Publikum kommt eine Soundwelle, ein Chor-Tsunami, der die Melodie verstärkt zum Dröhnen. Immer lauter, immer begeisterter singen sie mit, die Bayern, und schmettern: »Schau hi, do liegt a douda Fisch im Wasser, den mach ma hi, den mach ma hi. Mare, Mare, den Fisch den mach ma hi, den mach ma hi … .«
Das Bierzelt bebt zweisprachig, man ist sich schon jetzt sehr nahe, der Applaus, die Begeisterung, das Prosit, alles ist laut, lustig, lebensfroh, eben südländisch. Obwohl die Italiener den bayerischen Gesangsbeitrag nachvollziehbar nicht deuten können, sind sie sicher, dass es ein toller Start mit viel Übereinstimmung für eine kommunale Partnerschaft ist. Selbst die Offiziellen verzichten beeindruckt auf ihr Lang-Grußwort. Was will man mehr.

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