Terzgriff, Spreitzer, Sext-, Gabel- oder Quergriff sind Namen, die so manchem Harmonikaschüler in den Ohren klingen. Da die Steirische Harmonika in der Regel nach Griffschrift erlernt wird, werden gerne auch die verwendeten Griffe im Unterricht vom Lehrer kurz und knackig beschrieben. Auf den Noten sehen und gleichzeitig vom Lehrer hören … das erleichtert den Einstieg und das Vorankommen. Genau das hat sich Georg Hochreiter aus Abensberg zu eigen gemacht. Seit dem Renteneintritt unterrichtet er verstärkt Ziachschüler und hat sich dafür seine eigene Methode zurechtgelegt. Obendrein hat er sie in einer »leicht verständlichen und schnell erlernbaren Harmonika-Schule« mit dem Titel Hinta Bankla Ziach Schui zusammengestellt. Seitdem unterrichtet er nach seiner Methode mit Erfolg und Begeisterung – und zwar Schüler im Alter von 8 bis 70 Jahren. Und dann gibt’s da noch eine weitere Außergewöhnlichkeit: einer seiner Schüler ist blind. Für ihn hat sich Hochreiter eine spezielle Lehrmethode ausgedacht. Mittels eines eigens entwickelten Codes können die Noten der Griffschrift direkt vom Lehrer oder via spezielle Audio-Files (für Selbststudium oder das Üben zuhause) dem Schüler hörbar gemacht werden. Weils bei seinem Schüler so erfolgreich klappt, hat Georg Hochreiter auch diese Code-Methode mühevoll zu Papier gebracht und mit entsprechenden Audio-Files versehen, damit künftig auch sehbehinderte Menschen einen möglichst leichten Zugang zum Harmonika-Spiel haben. Ein weiterer Schritt Richtung Inklusion.
Roland Pongratz





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