Die Musikgeschichte Bayerns auf 180 Seiten – geht denn das überhaupt!? Der Dipl. Kirchenmusiker, Leiter verschiedener Ensembles, Pädagoge und promovierte Historiker Markus Eberhardt aus Passau hat den Versuch gewagt und konnte kürzlich Dank seines fundierten Wissens und seines wunderbar entspannten Schreibstils einen lesenswerten Streifzug durch die bayerische Musikgeschichte vorlegen. Kenntnisreich gibt der Autor in acht Kapiteln einen lebendigen Überblick über die großen Linien der bajuwarischen Musikhistorie – von den ersten Quellen in der Römerzeit über mittelalterliche Kirchenmusik, den Minnesang, große Namen wie Orlando di Lasso, höfische Prachtentfaltung im Barock bis hin zu Richard Strauss und Carl Orff sowie aktuellen Strömungen.
Anschaulich zeigt Eberhardt, wie Musik stets Teil von Politik, Kirche und Gesellschaft war und ist – und zugleich tief in der Bevölkerung verwurzelt blieb. Ob reichsfürstliche Repräsentationsmusik, Volksmusik im besten Sinne oder die musikkabarettistische Reflexion des Mythos Bayern: Musik in Bayern war und ist so vielfältig wie das Land selbst. Markus Eberhardt beweist dies anhand von vielen ausgewählten Beispielen, die er spannend und lebendig in der gebotenen Kürze ausbreitet. Wer sich einen schnellen Überblick über Bayerns Musikgeschichte verschaffen möchte, dem ist dieses im Juni vorgestellte Werk wärmstens ans Herz zu legen.
Roland Pongratz





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