Hannes Ringlstetter

Über Bellavista, Melancholie und die Zeit, die Musik braucht.

27. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

JÄM heißt der monatlich Musik- und Kulturpodcast von Katrin Auer. Und das Schöne am Podcast-Format ist, dass die Folgen zeitlich unbegrenzt hörbar und somit immer verfügbar sind. Natürlich kann es vorkommen, dass eine Folge besser zu einer Jahreszeit und den damit verbundenen Ereignissen passt, generell sind sie aber thematisch unabhängig und haben somit kein Ablaufdatum. In der »zwiefach« machen wir gerne Lust auf alte und neue Folgen. Überall wo es Podcasts gibt.
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Was passiert eigentlich, bevor ein Lied fertig ist? Woher kommen die richtigen Worte – und warum entstehen manchmal gerade dann die besten Texte, wenn man emotional ein Stück weit von ihnen entfernt ist? In dieser Folge von JÄM ist Hannes Ringlstetter zu Gast. Viele kennen ihn als Moderator, Kabarettisten und Schauspieler. Im Gespräch mit Katrin Auer geht es diesmal aber vor allem um den Musiker – und um sein neues Album Bellavista.

Ringlstetter spricht gerne über seine Songs und darüber, wie sie entstehen. Gerade in einer Zeit, in der Musik oft innerhalb weniger Sekunden weitergeklickt wird, findet er es wichtig, sich wieder mit dem Prozess dahinter zu beschäftigen. Ein ganzes Album zu veröffentlichen, ist für ihn heute deshalb fast schon ein Statement: eines für das bewusste Zuhören und für Musik, die mehr sein darf als der nächste Titel im Stream.

Beim Songschreiben hilft ihm ausgerechnet die Distanz zum eigenen Gefühl. Ist er traurig, schreibt er gerne etwas Lustiges – und umgekehrt. Denn mit etwas Abstand entstehen für ihn oft die besseren Texte. Natürlich geht es in dieser Folge auch um die bayerische Sprache. Um ihre Kraft, aber ebenso um ihre Tücken beim Songschreiben. Gerade bei großen Gefühlen wird es schnell schwierig: Warum gibt es im Bairischen eigentlich keinen wirklich schönen Ausdruck für »Ich liebe dich«?

Das Gespräch führt auch zurück zu den Anfängen. Ringlstetter erzählt von Umwegen und von Menschen, die im richtigen Moment Türen geöffnet haben. Es geht um die Bedingungen, unter denen Musik entsteht und gehört wird: um lokale Bands, Livekultur und die Frage, warum die heimische Kultur- und Poplandschaft im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht stärker vorkommt.

Eine Folge über ein Album, das zum genauen Zuhören einlädt. Über Sprache, Melancholie und die Arbeit hinter der Musik. Und über einen Künstler, der laut und leise, lustig und ernst sein kann – und der sich wünscht, dass wir der Musik wieder ein bisschen mehr von dem schenken, was sie braucht: Zeit.

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