Das innige alte Marienlied vom »güldnen Rosenkranz« ist im süddeutschen Sprachraum und in den deutschen Sprachinseln in Ost- und Südosteuropa bis ins 20. Jahrhundert in verschiedenen Fassungen verbreitet gewesen. Schon im 17. Jahrhundert ist das Lied nachweisbar: In Liedflugblättern wird der Text mit bis zu 24 Strophen abgedruckt und verbreitet (vgl. Slg. Viktor Zack und Forschungen von Karl M. Klier zu Innsbrucker Liedflugblätter des 17. Jahrhunderts im Jahrbuch des Österreichischen Volksliedwerkes, Wien 1955, S. 73). Der in Kloster Seeon tätige Pater Johannes Werlin (1588–1666) nimmt ca. 1646 die Liedmelodie in sein umfangreiches handschriftliches Werk Rhitmorum Varietas (Seite/Blatt 2996) auf. In die Volksliedpflege eingegangen ist das Lied in einem ansprechenden 3-stimmigen Satz von Fritz Kernich (1907–1986) bei einem Singtag mit Kiem Pauli im Bildungswerk Rosenheim 1951, der vielfach abgedruckt wurde, u. a. durch Wastl Fanderl in seinen Liederbögen in den 1960er-Jahren. Auch im Diözesanteil München-Freising des alten Gotteslobes (Nr. 864) ist es 1975 in diesem dreistimmigen Satz enthalten, ebenso im neuen Gotteslob (München-Freising 2013, Nr. 830 »T: Innsbruck 1640, M: München 1646, Slg. Gabler 1890«). Passend zu den verschiedenen Themen der Rosenkranzgebete haben wir in der Reihe Das geistliche Volkslied das Jahr hindurch neue Strophe gemacht (EBES 2011/2012/2013).
Satz: Fritz Kernich (1907–1986)
Eva Bruckner

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