1. September 2026

Italiener

Figurentanz vom Chiemsee samt Griffschrift

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Italiener:

Der Figurentanz Italiener wurde von Georg von Kaufmann in Bergen, Lkr. Taunstein, aufgezeichnet. Der Name kommt angeblich von italienischen Eisenbahnarbeitern, die am Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert beim Bahnbau am Chiemsee und in den umliegenden Ortschaften einquartiert waren und diesen ruhigen Tanz sehr geschätzt haben sollen. Der Italiener wird deshalb auch als Eisenbahner bezeichnet (aus: Chiemgauer Tänze – Lied, Musik und Tanz in Bayern, Heft 1/3. Auflage, 1974, S. 22). Zusammengestellt von Magnus Kaindl.

Tanzbeschreibung: Beliebig viele Tanzpaare auf der Tanzfläche im Kreis. Die Paarbildung kann selbstverständlich ohne Bindung an Geschlechterrollen erfolgen. In der vorliegenden Tanzbeschreibung wird jedoch auf die Bezeichnungen Tänzer und Tänzerin zurückgegriffen, um die Tanzschritte und Figurenabfolgen besser erklären zu können. Gewöhnliche Rundtanzfassung: der Tänzer steht mit dem Rücken zur Kreismitte (innen); die Tänzerin steht ihm gegenüber (außen); der Tänzer legt seine rechte Hand auf den Rücken der Tänzerin, etwa auf Höhe ihres linken Schulterblatts; die Tänzerin legt ihre linke Hand auf seinen rechten Oberarm oder auf seine rechte Schulter; seine linke Hand fasst ihre rechte Hand; die gefassten Hände werden in Tanzrichtung gestreckt.

Takt 1: Das Tanzpaar macht einen Seitschritt (er links, sie rechts) in Tanzrichtung und neigt die Oberkörper ebenfalls in Tanzrichtung ohne den anderen Fuß zu belasten (wiegen). Anschließend wiegen beide mit einem Seitschritt (er rechts, sie links) gegen Tanzrichtung.

Takt 2: Es folgt ein Wechselschritt in Tanzrichtung: beide machen einen Seitstellschritt (er links, sie rechts beginnend), sein rechter Fuß und ihr linker Fuß werden jeweils beigestellt, gefolgt von einem weiteren Seitschritt (er links, sie rechts), ohne den anderen Fuß zu belasten.

Takt 3: Beide wiegen gegen und in Tanzrichtung.

Takt 4: Es folgt ein Wechselschritt (er rechts, sie links beginnend) gegen Tanzrichtung.

Takt 5: Das Tanzpaar macht einen Wechselschritt (er links, sie rechts beginnend) nach innen zur Kreismitte. Der Tänzer dreht sich dabei eine Vierteldrehung nach links und nimmt die Tänzerin in der Rundtanzfassung mit.

Takt 6: Beide machen einen Wechselschritt (er rechts, sie links beginnend) nach außen.

Takt 7–8: Das Tanzpaar tanzt (er links, sie rechts beginnend) in vier Dreherschritten einmal rechts herum (im Uhrzeigersinn).

Satz: Wolfgang Scheck (1943–1996)

Das Stück ist GEMA-frei und kann jederzeit ohne Genehmigung öffentlich aufgeführt werden.

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